Koreanische Kosmetikmarke JMsolution wehrt sich gegen Gerüchte um Seungri und Burning Sun

Der geschlossene Eingang des Burning Sun im März 2019. Foto: Bonnielou2013 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Die südkoreanische Kosmetikmarke JMsolution hat sich zu Gerüchten über Seungri und den Burning-Sun-Skandal geäußert. In sozialen Netzwerken und Online-Communitys hatten sich zuletzt Behauptungen verbreitet, der ehemalige BIGBANG-Sänger stehe hinter dem Unternehmen oder die Marke sei mit Geld aus dem Burning-Sun-Umfeld finanziert worden.

GP Club, das Unternehmen hinter JMsolution, weist diese Behauptungen zurück. Ganz aus der Luft gegriffen ist der frühere Kontakt zu Seungris Seite allerdings nicht. Tatsächlich gab es einmal Pläne für ein gemeinsames Geschäft. Umgesetzt wurden diese nach Angaben des Unternehmens jedoch nie.

JMsolution bestätigt früheren Geschäftsvorschlag

In einer Stellungnahme vom 21. September erklärte GP Club, dass das Unternehmen in der Vergangenheit einen Geschäftsvorschlag von Seungris Seite erhalten hatte. Dafür wurde ein separates Unternehmen mit dem Namen JM Town gegründet.

Zum eigentlichen Geschäft kam es laut GP Club aber nicht. Nachdem der Burning-Sun-Skandal öffentlich geworden war, wurden die Pläne beendet. JM Town habe nie operativ gearbeitet, keine Umsätze erzielt und sei 2019 wieder aufgelöst und liquidiert worden.

Mit der Stellungnahme reagiert GP Club auf Behauptungen, die zuletzt online die Runde machten. Unter anderem wurde behauptet, JMsolution gehöre Seungri oder sei mit Geldern aus dem Burning-Sun-Umfeld aufgebaut worden.

Das Unternehmen widerspricht dem. Seungri, der mit bürgerlichem Namen Lee Seung-hyun heißt, habe weder früher noch heute in JMsolution investiert oder Anteile an der Marke beziehungsweise dem dahinterstehenden Unternehmen gehalten. Auch mit der Planung, Herstellung, dem Vertrieb oder dem Verkauf der Produkte habe er nichts zu tun gehabt.

GP Club kündigte außerdem rechtliche Schritte gegen die weitere Verbreitung falscher Behauptungen an. Gleichzeitig räumte das Unternehmen ein, dass die damalige Entscheidung, sich überhaupt auf die Geschäftspläne einzulassen, heute bei Kunden und Geschäftspartnern für Verunsicherung sorgt.

Was hinter dem Burning-Sun-Skandal steckt

Dass die Gerüchte um JMsolution so viel Aufmerksamkeit bekommen, liegt auch an Seungris Vergangenheit. Burning Sun war ein Nachtclub im Seouler Stadtteil Gangnam, mit dem der ehemalige BIGBANG-Sänger geschäftlich verbunden war. Er arbeitete als Public-Relations-Direktor des Clubs. Außerdem war die von ihm mitgegründete Firma Yuri Holdings Anteilseigner der Gesellschaft, die Burning Sun betrieb.

Die Affäre begann mit einem Gewaltvorfall im Club. Anfang 2019 wurden die Ermittlungen immer umfangreicher. Dabei ging es unter anderem um Drogen, sexuelle Gewalt und mögliche Verbindungen zwischen Personen aus dem Umfeld des Clubs und Polizeibeamten.

Mit der Zeit wurden unter dem Namen Burning Sun verschiedene Ermittlungen und Strafverfahren zusammengefasst. Die Fälle waren teilweise miteinander verbunden, müssen aber trotzdem voneinander getrennt betrachtet werden. Nicht jede Straftat, über die damals berichtet wurde, geschah im Burning Sun. Auch waren nicht an allen Fällen dieselben Personen beteiligt.

Die Chatgruppen um Jung Joon-young

Während der Ermittlungen wurden auch private KakaoTalk-Chats bekannt. Daraus entstanden weitere Strafverfahren, die heute ebenfalls häufig mit Burning Sun in Verbindung gebracht werden. Eine zentrale Person war der damalige Sänger und TV-Star Jung Joon-young.

Er hatte Frauen ohne deren Einverständnis bei sexuellen Handlungen gefilmt und die Aufnahmen anschließend in Gruppenchats verbreitet. Gemeinsam mit dem ehemaligen FTISLAND-Mitglied Choi Jong-hoon wurde er außerdem wegen Sexualstraftaten verurteilt.

Südkoreas Oberster Gerichtshof bestätigte im September 2020 die Urteile gegen beide. Jung Joon-young erhielt fünf Jahre Haft, Choi Jong-hoon zweieinhalb Jahre. Jung wurde zusätzlich wegen der heimlichen Aufnahmen und deren Verbreitung verurteilt.

Bei der Einordnung des Skandals ist diese Trennung wichtig. Die Chatgruppen und die Ermittlungen rund um Burning Sun hatten teilweise dieselben Personen und Kontakte zum Thema, trotzdem handelt es sich nicht um ein einziges Strafverfahren. Vor allem die Verurteilungen von Jung Joon-young und Choi Jong-hoon dürfen nicht mit Seungris eigenem Verfahren gleichgesetzt werden.

Seungri wurde in neun Anklagepunkten schuldig gesprochen

Auch gegen Seungri wurde strafrechtlich ermittelt. Im Mai 2022 bestätigte Südkoreas Oberster Gerichtshof schließlich eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Seungri wurde in allen neun Anklagepunkten seines Verfahrens schuldig gesprochen.

Verurteilt wurde er unter anderem wegen der Vermittlung von Prostituierten für ausländische Investoren, illegalen Glücksspiels im Ausland und der Veruntreuung von Geldern. Das Gericht stellte außerdem fest, dass Seungri zwischen 2013 und 2017 regelmäßig in Las Vegas gespielt hatte. Insgesamt ging es dabei um rund 2,2 Milliarden Won.

Zu den weiteren Schuldsprüchen gehörte die Veruntreuung von rund 528 Millionen Won aus Clubgeldern. Außerdem wurde Seungri dafür verurteilt, Gangmitglieder eingesetzt zu haben, um Personen nach einem Streit in einer Bar einzuschüchtern.

Seungri hatte BIGBANG und die Unterhaltungsbranche bereits im März 2019 verlassen, als die Ermittlungen gegen ihn liefen. Seine Haftstrafe endete im Februar 2023.

Burning Sun ging weit über K-Pop hinaus

Burning Sun wird bis heute häufig als K-Pop-Skandal bezeichnet. Tatsächlich ging es bei den Ermittlungen aber um deutlich mehr als bekannte Musiker und andere Personen aus der Unterhaltungsbranche. Auch mögliche Verbindungen zwischen dem Nachtclub und Polizeibeamten wurden untersucht.

Der Club selbst schloss bereits im Februar 2019. Damit war der Fall allerdings längst nicht beendet. Die Ermittlungen und späteren Gerichtsverfahren zogen sich noch über mehrere Jahre.

In Südkorea sorgte der Fall auch für Diskussionen darüber, wie mit sexualisierter Gewalt und heimlich aufgenommenen Videos umgegangen wird. Gleichzeitig wurde darüber gesprochen, welche Verbindungen zwischen der Nachtclubbranche und Behörden bestanden und wie solche Strukturen über längere Zeit bestehen konnten.

Warum JMsolution jetzt reagiert

Mehr als sieben Jahre nach Beginn des Skandals taucht der Name Burning Sun damit erneut in aktuellen Schlagzeilen auf. Diesmal geht es um JMsolution und die Frage, welche geschäftliche Verbindung tatsächlich zu Seungris Seite bestand.

Dass es einen Geschäftsvorschlag und die Gründung von JM Town gab, bestreitet GP Club nicht. Nach Angaben des Unternehmens ging daraus aber nie ein laufendes Geschäft hervor. JM Town erzielte demnach keine Umsätze und wurde 2019 wieder aufgelöst.

Was GP Club klar zurückweist, sind die weitergehenden Behauptungen über JMsolution selbst. Seungri sei weder Eigentümer der Kosmetikmarke noch Investor gewesen. Auch die Behauptung, JMsolution sei mit Geld aus dem Burning-Sun-Skandal finanziert worden, weist das Unternehmen zurück. Gegen die weitere Verbreitung entsprechender falscher Aussagen will GP Club rechtlich vorgehen.

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