K-Pop Ausstellungen in Südkorea werden immer digitaler und interaktiver

Bei „COSMOS“ wurde die Geschichte von BIGBANG mit VR, Hologrammen und Medienkunst aufgearbeitet.

Ausstellungen rund um K-Pop-Idols oder Gruppen verwenden zunehmend aufwendige Medieninstallationen und interaktive Inhalte. Aktuelle Projekte von BIGBANG, NCT sowie Yujin und Wonyoung von IVE zeigen, wie Agenturen Musik, Videos, Archivmaterial und neue Technik miteinander verbinden. Statt bloß Fotos und Erinnerungsstücke zu präsentieren, gehören inzwischen auch Virtual Reality, Hologramme und große Videoinstallationen zu solchen Ausstellungen.

Ausstellungen über K-Pop-Idols sind dabei nichts Neues. In der Vergangenheit wurden viele davon von Fans organisiert, etwa zu Geburtstagen, Jubiläen oder Comebacks. Häufig stellten Fansites dort eigene Aufnahmen der Künstler aus. Solche Projekte hatten allerdings in der Regel keinen Zugriff auf offizielles Videomaterial, Bühnenoutfits oder andere Inhalte aus den Archiven der Agenturen. Genau diese Möglichkeiten nutzen offizielle Ausstellungen inzwischen deutlich stärker.

BIGBANG blickt mit VR und Hologrammen auf 20 Jahre zurück

Zum 20. Debütjubiläum von BIGBANG lief vom 24. August bis zum 27. September in Seoul die Media-Ausstellung „COSMOS“. Sie war in Dududu Seoul zu sehen, einem unterirdischen Ausstellungsbereich im Zentrum der südkoreanischen Hauptstadt.

Die Ausstellung führte durch insgesamt elf Bereiche und beschäftigte sich mit den vergangenen 20 Jahren der Gruppe. Dabei kamen unter anderem Media Art, Projection Mapping, Virtual Reality, Hologramme und interaktive Elemente zum Einsatz. Musik und Fotos aus der bisherigen Karriere von BIGBANG wurden ebenfalls mit eingebunden.

Für einen Teil der Ausstellung wurde außerdem eine neue Performance von G-Dragon, Taeyang und Daesung für Virtual Reality produziert. Besucher konnten sie über ein VR-Headset ansehen. Für NCT läuft gerade eine Ausstellung zum zehnjährigen Jubiläum. Auch bei NCT gehört eine Ausstellung zum Jubiläumsprogramm. „NCT 10TH ANNIVERSARY [NCT 2026] EXHIBITION : NEO DIMENSION“ wurde am 18. September eröffnet und läuft bis zum 18. Oktober in der Immersive Platform DEEP neben der Eislaufbahn von Lotte World in Jamsil.

Inhaltlich beschäftigt sich die Ausstellung mit zehn Jahren NCT und der Entwicklung der verschiedenen Units, Veröffentlichungen und visuellen Inhalte. Dafür werden unter anderem vierseitige Videoinstallationen und interaktive Elemente eingesetzt.

Damit wird die Geschichte von NCT nicht nur über Fotos oder einzelne Ausstellungsstücke erzählt. Das Material wird in größere Installationen eingebunden, durch die sich Besucher bewegen können. Gerade bei einer Gruppe wie NCT, deren Konzept über Jahre hinweg mehrere Units und unterschiedliche Veröffentlichungen miteinander verbunden hat, steht entsprechend viel Material zur Verfügung.

Yujin und Wonyoung beziehen auch Geräusche und Düfte ein

Einen ähnlichen Ansatz verfolgte die Ausstellung „AN-YOUNG“ von IVE-Mitgliedern Yujin und Wonyoung. Sie lief vom 5. bis zum 27. September im Seouliteum in Seoul. Veranstalter war Starship Entertainment, die Planung übernahm Creative Mut.

Zu sehen waren Fotos, Medieninstallationen und interaktive Inhalte. Nach Angaben des Korea Herald wurden auch bislang unveröffentlichte Fotos und Videos der beiden gezeigt. LED-Medienkunst und Hologramme gehörten ebenfalls zur Ausstellung.

Auch bei „AN-YOUNG“ gab es nicht nur Bilder und normale Videos. In den Räumen wurden auch Geräusche und Düfte eingesetzt, die Yujin und Wonyoung selbst ausgewählt hatten. Die Ausstellung bezog damit mehrere Sinne in das Konzept ein.

Agenturen können auf eigenes Archivmaterial zurückgreifen

Einer der größten Unterschiede zwischen früheren Fan-Ausstellungen und den aktuellen offiziellen Projekten liegt beim verfügbaren Material. Agenturen können Musik, offizielle Videos, Fotos und weiteres Archivmaterial ihrer Künstler direkt für eine Ausstellung verwenden. Bei von Fans organisierten Projekten sind diese Möglichkeiten aufgrund der Rechte an den Inhalten deutlich eingeschränkter.

Die drei aktuellen Beispiele zeigen außerdem, dass die Ausstellungen nicht nach einem einheitlichen Muster aufgebaut sind. BIGBANG setzte für „COSMOS“ unter anderem auf VR und Hologramme, bei NCT spielen große Videoinstallationen eine wichtige Rolle und „AN-YOUNG“ ergänzte die visuellen Inhalte um Geräusche und Düfte. Gemeinsam ist den Projekten, dass Besucher nicht ausschließlich vorhandenes Bildmaterial betrachten, sondern sich durch verschiedene Räume und Installationen bewegen.

Für die Agenturen haben solche Ausstellungen zugleich eine Funktion über den eigentlichen Veranstaltungsort hinaus. Der Kulturkritiker Jung Duck-hyun erklärte gegenüber dem Korea Herald, dass auffällige Installationen und interaktive Bereiche Fotos und Videos hervorbringen, die anschließend in sozialen Netzwerken geteilt werden. Inhalte aus einer zeitlich begrenzten Ausstellung können dadurch auch außerhalb des Veranstaltungsortes weiterverbreitet werden.

Die aktuellen Ausstellungen von BIGBANG, NCT sowie Yujin und Wonyoung zeigen damit vor allem, wie viel größer die technischen Möglichkeiten für solche Projekte inzwischen geworden sind. Fotos und Erinnerungsstücke sind weiterhin Teil davon, stehen aber nicht mehr zwangsläufig allein im Raum. VR, Hologramme, Medienkunst und interaktive Installationen geben Agenturen weitere Möglichkeiten, vorhandenes Material aus der Karriere ihrer Künstler für eine Ausstellung aufzubereiten.

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