Grammys halten trotz Kritik an neuer „Asian Pop“ Kategorie fest

Die Recording Academy hält an der neuen Kategorie „Best Asian Pop Music Performance“ für die Grammy Awards 2027 fest.

Die Recording Academy hält an der Kategorie „Best Asian Pop Music Performance“ fest. Die neue Kategorie wird bei den Grammy Awards 2027 wie geplant zum ersten Mal vergeben. In den vergangenen Wochen hatte die Academy noch einmal mit Vertretern der asiatischen Musikbranche darüber gesprochen. Kritik gab es bereits seit der Ankündigung im Juni. Ende Juli erklärten außerdem BTS, dass sie für die kommenden Grammys keine Musik einreichen werden.

Harvey Mason Jr., CEO der Recording Academy, äußerte sich am 1. Oktober erneut zu der Diskussion. Nach seinen Angaben fielen die Reaktionen in den Gesprächen unterschiedlich aus. Es habe Menschen gegeben, die die Kategorie ablehnen. Bei anderen habe die Academy gemerkt, dass teilweise falsche oder unvollständige Informationen über die neuen Regeln kursierten. Insgesamt sei die Unterstützung für den Preis aber deutlich größer gewesen. Deshalb bleibt es bei der Einführung 2027.

Was bei den Grammys überhaupt als Asian Pop zählt

„Best Asian Pop Music Performance“ gehört zu fünf neuen Kategorien, die die Recording Academy im Juni für die Grammys 2027 angekündigt hat. Unter Asian Pop fallen laut den offiziellen Regeln unter anderem K-Pop, J-Pop und C-Pop.

Dabei geht es nicht einfach darum, woher ein Künstler kommt. Die Nationalität oder ethnische Zugehörigkeit entscheidet laut Academy nicht darüber, ob ein Song in die Kategorie gehört. Ausschlaggebend ist der musikalische Stil.

Dazu kommt allerdings eine Vorgabe bei der Sprache. Ein Song muss eine oder mehrere asiatische Sprachen deutlich hörbar verwenden. Ein paar einzelne Wörter, Adlibs oder kurze Passagen reichen dafür nicht aus. Komplett englischsprachige Songs können ebenfalls nicht für „Best Asian Pop Music Performance“ eingereicht werden.

Das bedeutet aber nicht, dass solche Songs bei den Grammys komplett raus sind. Sie können weiterhin in anderen Kategorien eingereicht werden, wenn sie die jeweiligen Voraussetzungen erfüllen.

BTS reichen nichts für die Grammys 2027 ein

Besonders viel Aufmerksamkeit bekam die Diskussion Ende Juli durch BTS. Die Gruppe teilte über ihre Social-Media-Kanäle mit, für die Grammy Awards 2027 keine Musik einzureichen.

BTS schrieben dazu, sie hofften, dass Musik für das gehört und geliebt werden könne, was sie ist, anstatt nach Region oder Sprache eingeteilt zu werden. „Best Asian Pop Music Performance“ nannten sie dabei nicht ausdrücklich als Grund für ihre Entscheidung.

Durch den Zeitpunkt und die Formulierung wurde das Statement allerdings vielfach als Reaktion auf die neue Kategorie verstanden. Auch die Recording Academy reagierte direkt darauf. Mason erklärte damals, dass er die Entscheidung von BTS respektiere. Gleichzeitig verteidigte er die neue Kategorie und betonte, dass sie asiatische Künstler nicht von den großen Grammy-Kategorien ausschließen soll.

BTS waren in der Vergangenheit mehrfach für einen Grammy nominiert, gewonnen hat die Gruppe bislang keinen.

Warum es überhaupt Kritik an der Kategorie gibt

Mehr Anerkennung für K-Pop, J-Pop und andere Musik aus Asien klingt erst einmal nicht nach etwas, das für große Diskussionen sorgen müsste. Bei der Kritik geht es aber vor allem darum, wie die Grammys diese Musik zusammenfassen.

K-Pop, J-Pop und C-Pop sind keine verschiedenen Namen für dasselbe Genre. Sie kommen aus unterschiedlichen Musikmärkten und haben jeweils eigene Strukturen und Entwicklungen. Bei den Grammys landen sie nun trotzdem gemeinsam unter dem Begriff „Asian Pop“.

Dazu kommt die Vorgabe zur Sprache. Ein komplett englischsprachiger K-Pop-Song kann nicht in der neuen Kategorie antreten, während ein Song mit einem ausreichend großen koreanischsprachigen Anteil infrage kommen kann. Genau diese Verbindung von Region, Musik und Sprache gehört zu den Punkten, an denen die Diskussion überhaupt erst begonnen hat.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Sorge, asiatische Künstler könnten durch einen eigenen Preis stärker von anderen Pop-Acts getrennt werden. Die Recording Academy widerspricht dieser Sicht. Die neue Kategorie soll nach ihrer Darstellung zusätzliche Möglichkeiten schaffen und keine bestehenden ersetzen.

Für die großen allgemeinen Kategorien ändert sich deshalb nichts. Songs und Alben asiatischer Künstler können weiterhin für Preise wie „Song of the Year“, „Record of the Year“ oder „Album of the Year“ eingereicht werden, wenn sie die jeweiligen Voraussetzungen erfüllen. Eine Einreichung in einer Genre-Kategorie schließt diese Kategorien nicht aus.

Die Grammys bleiben bei ihrer Entscheidung

Die Gespräche der vergangenen Wochen haben die Recording Academy nicht dazu gebracht, die Kategorie wieder zu streichen. Laut Mason habe es zwar Gegenstimmen gegeben, die Unterstützung sei insgesamt aber deutlich größer ausgefallen.

Damit bleibt „Best Asian Pop Music Performance“ Teil der 69. Grammy Awards. Die Kategorie wird am 7. Februar 2027 zum ersten Mal vergeben.

Die Diskussion dürfte damit trotzdem nicht automatisch erledigt sein. Die grundsätzliche Frage hinter der Kritik bleibt schließlich dieselbe: Wie sinnvoll ist es, K-Pop, J-Pop, C-Pop und weitere Musik unter einer gemeinsamen Kategorie zusammenzufassen, wenn sich diese Märkte und ihre Musik teilweise deutlich voneinander unterscheiden?

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