K-Pop Einnahmen sollen zu digitalen Investments werden

Konzerte können zu den Einnahmequellen gehören, auf denen die Investmentprodukte von WAVIST basieren. IVE beim K-Pop Super Live Concert 2023. Bild: Korea.net / Korean Culture and Information Service / Wikimedia Commons

Soneium und das südkoreanische Entertainment-Unternehmen DayOneDream wollen gemeinsam K-Pop-IP und damit verbundene Einnahmen auf die Blockchain bringen. Im Vordergrund steht WAVIST, eine Plattform von DayOneDream für Investments in K-Content. Über sie sollen künftig weitere digitale Investmentprodukte entstehen, die sich unter anderem auf Einnahmen aus der Entertainment-Branche beziehen.

Die Partnerschaft wurde am 29. September während der Korea Blockchain Week in Seoul vorgestellt. Welche Künstler oder Projekte als Erstes Teil der Zusammenarbeit werden, ist bislang nicht bekannt. Auch einen Termin für ein erstes gemeinsames Investmentprodukt haben die Unternehmen nicht genannt.

Was hinter dem Modell steckt

Bei dem Konzept geht es nicht darum, dass Fans einen Teil eines Songs oder ihres Lieblingsidols kaufen. Stattdessen werden wirtschaftliche Ansprüche aus bestimmten Bereichen der Entertainment-Branche in Finanzprodukte eingebunden und digital auf einer Blockchain abgebildet.

WAVIST hat dafür bereits verschiedene Bereiche vorgesehen. Der sogenannte Concert Fund bezieht sich auf Einnahmen aus Konzerten. Daneben führt die Plattform einen Artist Fund für das Geschäft rund um Künstler sowie einen Content Fund für Produktionen wie Kurzserien. Anleger investieren dabei nicht automatisch in einzelne Konzerte oder erwerben Urheberrechte an Musik. Beim Concert Fund werden beispielsweise mehrere geeignete Konzertprojekte in einem Fonds gebündelt.

Wie so etwas konkret aussehen kann, hat WAVIST bereits mit einem früheren Projekt gezeigt. Das Unternehmen wickelte eine Anleihe über eine Million US-Dollar ab, die durch Einnahmen aus koreanischen Konzerten abgesichert war. Die Anleihe wurde außerhalb der USA ausgegeben und auf der Ethereum-Blockchain durch 100 Token dargestellt. Jeder davon entsprach einem Nennwert von 10.000 US-Dollar.

Nach Ablauf der Anleihe wurden Kapital und Zinsen laut WAVIST vollständig zurückgezahlt. Anschließend wurden die zugehörigen Token vernichtet. Die Blockchain dokumentierte dabei die Ausgabe, Übertragung und spätere Vernichtung der Token. WAVIST weist selbst darauf hin, dass diese öffentlich einsehbaren Einträge keine unabhängige Prüfung der gesamten Transaktion ersetzen.

Wer überhaupt investieren kann

Die Investmentprodukte von WAVIST sind nicht einfach für jeden K-Pop-Fan frei erhältlich. Nach aktuellen Angaben der Plattform richten sich die Angebote ausschließlich an Personen außerhalb der USA. Vor einem Investment müssen außerdem die Identität und die Berechtigung des Anlegers geprüft werden. Je nach Land können zusätzliche Vorgaben gelten.

Davon getrennt bietet WAVIST sogenannte Fan Editions an. Diese können mit Vorteilen wie Merchandise, Einladungen oder zusätzlichen Inhalten verbunden sein. Einen Anteil am Copyright, einen Anspruch auf Einnahmen oder eine finanzielle Rendite erhalten Käufer dadurch ausdrücklich nicht.

Damit unterscheidet WAVIST klar zwischen Angeboten für Fans und tatsächlichen Investments. Wer eine Fan Edition besitzt, beteiligt sich also nicht automatisch finanziell an einem Künstler oder Projekt.

Soneium und DayOneDream wollen das Modell ausbauen

Durch die neue Zusammenarbeit soll die technische Infrastruktur von Soneium mit den K-Content-Projekten von DayOneDream und WAVIST verbunden werden. Soneium wurde von Sony Group und Startale Group entwickelt. DayOneDream arbeitet unter anderem in den Bereichen Musikproduktion, Publishing, Live-Entertainment und IP-Management. Zum Unternehmen gehören Künstler wie BTOB, Lee Chae Yeon, MEMI und 2F.

Dass deren Musik, Konzerte oder andere Einnahmen künftig automatisch Teil eines Investmentprodukts werden, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Bislang haben die Unternehmen keine Künstler für kommende Angebote genannt.

Für DayOneDream soll das Modell vor allem eine weitere Möglichkeit schaffen, Produktionen zu finanzieren. Das Unternehmen erklärte gegenüber der südkoreanischen Nachrichtenagentur EDaily, dass Produzenten auf diesem Weg Kapital aufnehmen könnten, ohne ihre Rechte oder IP dafür abgeben zu müssen.

Soneium und WAVIST wollen künftig weitere K-Content-Assets und die damit verbundenen Einnahmen auf die Blockchain bringen. Wer darauf zugreifen kann, hängt von den gesetzlichen Vorgaben und den Bedingungen des jeweiligen Angebots ab. Welche K-Pop-Projekte im Rahmen der neuen Partnerschaft zuerst umgesetzt werden, steht derzeit noch nicht fest.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert